Brauereien in der Fränkischen Schweiz

Die Brauereien in der Fränkischen Schweiz – gepflegte Tradition sorgt für enorme Vielfalt beim Bier

Traditionelle Brauereien stehen bei den Gästen in der Fränkischen Schweiz ebenso hoch im Kurs wie bei den Einheimischen. Schließlich gibt es hier rund 70 davon auf engstem Raum. Die Bewohner der Region lieben ihre familiären Handwerksbetriebe und das dort nach überlieferten Rezepten zeitgemäß gebraute Bier. Die Gemeinde Aufseß weist laut Guinnessbuch der Rekorde bei rund 1.400 dort lebenden Menschen die weltweit höchste Dichte an Brauereien je Einwohner auf.
Dabei setzen die Brauer in der Fränkischen Schweiz auf kleine Sude und verkaufen ihr Bier als sogenannte Kirchturm Brauereien in der unmittelbaren Umgebung. Vielfach betreiben sie noch Landwirtschaft sowie eigene Gasthöfe oder Biergärten. In einer ausgesprochen angenehmen Atmosphäre bieten sie für wenig Geld typische Brotzeiten oder eine ausgezeichnete gutbürgerliche Küche.

Breites Spektrum an wohlschmeckenden Bieren in der Fränkischen Schweiz

Vielfach setzen die Brauereien auf dunklere Biersorten, bei denen sie das Malz in speziellen Maischverfahren individuell aufbereiten. Im Ergebnis trifft der weder zu süße noch zu bittere Geschmack der Lagerbiere den Nerv der Menschen von den Alpen bis zur Nordsee. Großen Anklang findet insbesondere das Kellerbier. Schließlich gehen die Einheimischen im Sommer häufig „auf die Keller“. Dort lagerten frühere Generationen ihr Bier schön gekühlt. Heute gibt es über den Gewölben insbesondere rund um die Städte Ebermannstadt, Forchheim und Bamberg schattige Biergärten mit einer einzigartigen Atmosphäre. Beim vollmundigen, naturtrüben Kellerbier zeigen sich Hopfen und Malz gut ausbalanciert. Meist kommen die Hefearomen stärker zum Tragen.

Blick ins Sudhaus der Brauerei Krug
Braugasthof Krug in Breitenlesau

Zusätzlich führen eine ganze Reihe von Brauereien wie Krug in Breitenlesau oder Ott in Oberleinleiter süffige Weizenbiere und andere Spezialbiere. Festbiere mit mehr Volumen stehen als klassischer Begleiter zu deftigen Brotzeiten und bei besonderen Anlässen bereit. Um die Advents-, Weihnachts- und Fastenzeit sowie im Mai stellen die Brauer in der Fränkischen Schweiz ihre beliebten kräftigen hellen oder dunklen Bockbiere her. Seit Jahrhunderten unverändert befeuern einige Traditionsbetriebe wie Herold im Pegnitzer Ortsteil Büchenbach ihre inzwischen modernen Braukessel mit Holz.

Das Gasthaus der Brauerei Held in Oberailsfeld

Inzwischen erkennen selbst renommierte Lebensmittelketten das Potenzial. Sie präsentieren die heimischen Spezialitäten mittlerweile neben den Produkten großer Konzerne in den lokalen Märkten. Das aufgrund der kurzen Transportwege umweltfreundliche Angebot stützt die Brauereien der Fränkischen Schweiz. Daneben tragen die zahlreichen Genießer des Bieres in den Gärten, Kellern und Gaststätten zum ungebrochenen Erfolg bei.

Highlights in der Fränkischen Schweiz: Bierwanderungen, Führungen, Besichtigungen und Verkostungen

Das Erlebnis Bier vermarkten die Gemeinden der Fränkischen Schweiz mit zahlreichen touristischen Angeboten. Neben der Einkehr in gemütlichen Wirtsstuben nach einem erlebnisreichen Tag bieten sie informative Bierseminare oder Führungen mit individuellen Einblicken in das Handwerk. Zunehmend erlangt die Region darüber hinaus Bekanntheit durch die wachsende Zahl ausgeschilderter Bierwanderungen. Sie verbinden die wunderschöne Landschaft der Fränkischen Schweiz mit dem Besuch gleich mehrerer Braugasthöfe. Die Urkunde „Ehrenbiertrinker“ der Weltrekordgemeinde Aufseß lässt sich beispielsweise auf der 14 Kilometer langen Runde zu den ortsansässigen Brauereien erwerben. Sie führt über die Brauerei Stadter in Sachsendorf und die Brauerei Reichold in Hochstahl bis zur Kathi-Bräu in einem ehemaligen Rittergut in Heckenhof. Dieser an Sommerwochenenden häufig völlig überlaufene In-Treff der Motorradfahrer in der Fränkischen Schweiz gilt vielen Bikern als absoluter Kultort. Die letzten zwei Kilometer bringen die Wanderer anschließend bis zum Ausgangspunkt, der Brauerei Rothenbach in Aufseß, zurück.

Brauerei Reichold Hochstahl
Kathi Bräu in Heckenhof

Eine empfehlenswerte Alternative bildet der landschaftlich attraktive Fünf-Seidla-Steig bei Gräfenberg. Er beginnt und endet an der Klosterbrauerei Weißenohe. Von dort führt er in das Städtchen Gräfenberg mit der Brauerei Friedmann und dem Lindenbräu. Danach geht es am Freibad vorbei bis zur Brauerei Hofmann nach Hohenschwärz sowie zum Elchbräu in Thuisbrunn.
Der Bierquellenwanderweg verläuft durch das wald- und aussichtsreiche Gemeindegebiet von Pegnitz, Creußen und Hummeltal. Die 18 Kilometer lange, durchaus anspruchsvolle Strecke verbindet die vier Privatbrauereien

  • Herold in Büchenbach,
  • Gradl in Leups,
  • Kürzdörfer in Lindenhardt und
  • Übelhack in Weiglathal.

Eine ganze Reihe weiterer Touren wie der für mehrtägige Runden geeignete 13-Brauereien-Weg bei Memmelsdorf lässt kaum Wünsche offen. Leider erfordert das Verhalten einiger weniger auf den Strecken eine zunehmende Reglementierung. So wundervoll das Bier in einer solchen Umgebung schmeckt … Abschiede von Junggesellen lehnen beispielsweise immer mehr Brauereien generell ab. Für diejenigen, denen die Bewegung in der unvergleichlichen Natur Freude bereitet, bleibt das Wandern zu den traditionellen Gasthöfen ein unvergessliches Erlebnis. Wie andernorts passen jedoch auch in der Fränkischen Schweiz übermäßiger Alkohol und Auto- oder Motorradfahren keinesfalls zusammen.

Kathi Bräu

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