Wandern und mehr

Wanderung zur Burgruine Leienfels

Blick von der Burgruine Bärnfels

Zur Burgruine Leienfels – erholsame Wanderung durch schöne Wälder in der Fränkischen Schweiz

Heute starten wir unsere Wanderung zur Burgruine Leienfels in der Fränkischen Schweiz am Gasthof Knopfloch im Pottensteiner Ortsteil Waidach. Die Tour dauert knapp vier Stunden und führt uns weitgehend abseits des touristischen Trubels durch wunderschöne Wälder. Zunächst folgen wir der Markierung „Blauer Querstrich“ in Richtung Weidenhüll bis zum nahegelegenen Waldstück. Kurz vor dem von den Einheimischen als „die Schön“ bezeichneten Waidacher Forst führt der Weg nach links abwärts am Waldrand entlang und wenig später hinein. Es geht nach einer kurzen Steigung auf forstwirtschaftlichen Wegen bis zur Bundesstraße 2 Pegnitz – Gräfenberg. Hier halten wir uns rechts und wechseln auf einem geschotterten Fahrweg, der uns bis zur kleinen Ortschaft Ottenberg bringt. Auf dem Teilstück bewegen wir uns entlang der sogenannten „Fraischgrenze“, die in diesem Abschnitt zwischen Obertrubach und Pegnitz verläuft.

Wegemarkierungen
Wegemarkierungen

Die Highlights der Tour

  • die Fraischgrenze
  • Leienfels mit seiner Kapelle und der Burgruine
  • die herrlich ruhigen Wälder im Waidacher Forst
  • der Blick von der „Schönen Aussicht“
  • Weidenloh mit Töpferei und der Attraktion Sägergolf
  • Schloss Kühlenfels
Durch den Waidacher Forst zur Fraischgrenze
Durch den Waidacher Forst zur Fraischgrenze
Weg nach Weidenhüll
Weg nach Weidenhüll
Rehwild im Gehege
Rehwild im Gehege
Kapelle in Weidenhüll
Kapelle in Weidenhüll

An der Fraischgrenze in der Fränkischen Schweiz

Nach dem „silbernen Vertrag“ von Forchheim aus dem Jahr 1607 markierten Sandsteine die Grenze zwischen Herrschaftsgebieten des Bistums Bamberg und der Reichsstadt Nürnberg. Der als „Fraischgrenze“ bezeichnete Verlauf trennte demnach die katholischen Gebiete im Norden von den evangelischen Orten im Süden. Aufgrund des Religionszwangs und damit der Zuständigkeit für die Gerichtsbarkeit entstand so eine über Jahrhunderte für das alltägliche Leben bedeutsame Trennlinie. In Obertrubach verlief sie entlang des Flüsschens Trubach mitten durch den Ort und sogar mitten durch die Gaststube in einem Wirtshaus. Die zahlreichen, rund 80 Zentimeter hohen Grenzsteine tragen an den jeweiligen Seiten die Wappen der Herrschaftsgebiete. Ein interessanter Rundwanderweg von Obertrubach aus erschließt mehr als ein Dutzend der gut erhaltenen Sandsteine.
Auf einen der Grenzsteine treffen wir rund 200 Meter von der Bundesstraße links am Waldrand, direkt am Fahrweg nach Ottenberg. Hier findet sich auch die Wandermarkierung „Entlang der Fraischgrenze“ – ein schwarzes Schwert auf weißem Grund mit der Jahreszahl 1607.

Wegweiser

Über Weidenhüll nach Leienfels

An Ottenberg vorbei wandern wir auf der Fahrstraße bis nach Weidenhüll. Am Ortsrand begrüßt uns das Rotwild in einem Gehege. Nach einer kurzen Pause an der schmucken Ortskapelle geht es weiter nach Leienfels. Die an der Straße im Wald gelegenen Felsformationen, wie die Graischer Nadel oder der Graischenstein, erfreuen sich großer Beliebtheit bei vielen Hobbykletterern. Außerdem liegt hier die Steinkirche, ein Dolomitfels mit mehreren kleineren Höhlen. Im Örtchen Leienfels steht – neben dem schönen Landgasthof “Zur Burgruine“ mit Biergarten und Modelleisenbahn im Garten – eine katholische Kapelle. Der neugotische Kirchenbau mit Walmdach und Dachreiter stammt aus dem Jahr 1904. Wir gehen durch den Ort bis zum sehenswerten Forsthaus, einem Ziegelbau aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, und weiter zum Schlossberg.

Kapelle in Leienfels
Kapelle in Leienfels mit schönem Rastplatz davor
Gasthof "Zur Burgruine"
Gasthof "Zur Burgruine" in Leienfels
Forsthaus
Das Forsthaus auf dem Weg zum Schlossberg
Der Blick von der Burgruine in den Naturpark
Der Blick von der Burgruine in den Naturpark Fränkische Schweiz
Grundmauern Burgruine
Die Grundmauern der Burgruine Leienfels
Felssporn
Die Burgruine steht auf einem markanten Felssporn
Infotafel zur Geschichte der Burg Leienfels
Infotafel zur Geschichte der Burg Leienfels
Innenhof Burgruine
Innenhof Burgruine
Orientierungshilfe auf der Burgruine
Tafel mit Angaben zur Richtung und Entfernung erleichtert die Orientierung

Die Burgruine Leienfels – spätmittelalterliche Adelsburg mit schönem Ausblick

Die strategisch günstig auf einem 590 Meter hohen Felssporn errichtete Burg Leienfels zählt zu den attraktivsten Wander- und Kletterzielen in der Fränkischen Schweiz. Eine auf den Resten der wohl Anfang des 14. Jahrhunderts entstandenen Anlage befindliche Aussichtsplattform ermöglicht traumhafte Blicke über den Naturpark. Unter uns liegen die Ortschaften Bärnfels mit seiner ebenfalls eindrucksvollen Burgruine sowie die herrliche Wanderregion zwischen Obertrubach und Gößweinstein.
Von der wechselvollen Geschichte der Burgruine Leienfels zeugen die gut erhaltenen und perfekt in den Felsen integrierten Grundmauern. Als Erbauer der Anlage gelten die Ritter von Egloffstein. Sie gerieten von Beginn an in ständige Fehden mit den Bischöfen von Bamberg und den Nürnberger Burggrafen. Erstmals zerstörte der böhmische König und seinerzeit römisch-deutsche Kaiser Wenzel die Burg im Jahre 1397. Im Besitz der Bamberger fungierte sie ab 1502 als bischöfliches Amt. In den Bauerkriegen erlitt sie 1525 und 1553 schwere Schäden, die wegen der schleppenden Instandsetzung schließlich 1610 zur Unbewohnbarkeit führte. Nach dem Dreissigjährigen Krieg war die Burg dem Verfall preisgegeben. Heute gehört die Ruine zu den Bau- und Bodendenkmälern des Freistaates Bayern. Sie umfassen die einst nahezu dreieckige Anlage mit den aus dem 14. Jahrhundert stammenden Resten der Außenmauer und des Hauptgebäudes sowie des Eckturms.
Das natürliche Fundament des Schlossbergs mit seinen Felsformationen dient Kletterern als attraktives Übungsgelände.

Anstieg zur Burgruine
Kleiner Anstieg zur Burgruine
Zugang zum Inneren der Burg
Zugang zum Inneren der Burg
Wunderbarer Ausblick nach Westen
Wunderbarer Ausblick nach Westen

Über Graisch und die „Schöne Aussicht“ nach Weidenloh

Von Leienfels führt eine steile, im Winter mitunter als Rodelbahn genutzte Straße hinunter nach Graisch. Wir orientieren uns an der Markierung „Roter Punkt“, die zur Teufelshöhle nach Pottenstein führt. Unterhalb des am nördlichen Ortsrand aufragenden Bergs „Tanzboden“ informiert eine Schautafel über das vor 1007 gegründete Dorf. Obenauf stand einst die Burg Leuenstein, die erstmals bei ihrer Zerstörung 1397 Erwähnung findet. Die Spuren verlieren sich im 16. Jahrhundert. Von der ehemaligen Raubritterburg existieren keine baulichen Überreste, lediglich das Bodendenkmal Burgstall Leuenstein erinnert an sie.

Schautafel zur Geschichte von Graisch und der ehemaligen Burg Leuenstein
Schautafel zur Geschichte von Graisch und der ehemaligen Burg Leuenstein
Felsformation bei Graisch
Felsformation bei Graisch
Bank Burgruine
... der Besuch der Burgruine lohnt sich in jedem Fall ...
Graisch mit dem Berg "Tanzboden"
Graisch mit dem Berg "Tanzboden", auf dem einst die Burg Leuenstein lag
historisches Wohnhaus in Graisch
Historisches Wohnhaus in Graisch
Pferdekoppel an der Straße Weidenhüll - Soranger
Pferdekoppel an der Straße Weidenhüll - Soranger

Von Graisch gehen wir zunächst aufwärts an den letzten Häusern vorbei, durch ein Waldstück und überqueren die Straße von Weidenhüll nach Soranger. Der waldwirtschaftlich genutzte Wanderweg zieht sich rund zwei Kilometer durch den Waidacher Forst. Dabei treffen wir zunächst auf den Frankenweg und dann auf die Markierung „Grüner Kreis“. An letztere halten wir uns, da die beiden anderen Wegweisung schon bald in Richtung Kirchenbirkig und Teufelshöhle abzweigen. Wenige Meter weiter erreichen wir die „Schöne Aussicht“, wo Bänke und ein Tisch zu einer Rast laden. Wir freuen uns über den weiten Blick in den ostwärtigen Teil des Naturparks Fränkische Schweiz-Frankenjura mit seinen bis in die Oberpfalz reichenden Höhenzügen. Entlang der Bundesautobahn 9 drehen sich die für die Energieversorgung der Zukunft unvermeidlichen Windräder. Nach Fortsetzung der Wanderung queren wir die Straße nach Trägweis. Wir gehen durch den Mischwald und entlang kleiner Ackerfächen bis nach Weidenloh. In der ansprechend gestalteten Ortsmitte befindet sich ein im Rahmen der Dorferneuerung 2001 errichteter Glockenturm. Wenig später treffen wir auf die weit über die Region bekannte Töpferei Schacht. Hier gibt es wunderschöne Keramiken für Haushalt und Garten sowie ein breites Angebot an interessanten Kursen.

Schöne Aussicht
"Schöne Aussicht" - grandioser Blick über den Osten der Fränkischen Schweiz bis in die Oberpfalz
Töpferei Schacht
Töpferei Schacht in Weidenloh
Glockenturm
Glockenturm in der Ortsmitte von Weidenloh
Gartenkeramik
Gartenkeramik an der Töpferei
Biergarten und Säger-Golf
Der Biergarten an der Säger-Golf-Anlage

Über den Golfplatz oder Kirchenbirkig und Kühlenfels zurück nach Waidach

Nach rund drei Stunden freuen wir uns nun auf eine Pause. Der unmittelbar angrenzende Golfplatz bietet dazu gehobene Gastronomie im Restaurant Barbarossa mit einer hübschen Terrasse. Wir entscheiden uns für die rustikale Variante auf der 2019 neu eröffneten, außerordentlich beliebten Säger-(Mini-)Golfanlage Weidenloh. Sie gehört als eine der vielen Attraktionen zur Erlebnismeile Pottenstein. Im mitunter gut besuchten Biergarten gibt es bei schönem Wetter wechselnde Gerichte und Brotzeiten sowie ein hervorragendes Bier vom hauseigenen Säger-Bräu. Gut gestärkt hilft uns die Wegweisung „Grüner Kreis“ auch auf dem letzten Abschnitt der Wanderung weiter. In Kirchenbirkig treffen wir wieder für ein kurzes Stück auf den Frankenweg, der uns nach Osten begleitet. Ein geschotterter Flurbereinigungsweg bringt uns zum Waldstück in Richtung Klumpertal. Über einen von Wurzeln durchzogenen, auf und ab führenden Pfad erreichen wir ein Wegekreuz. Vor links treffen wir hier auf den vom Golfrestaurant kommenden, mit „Grünem Kreuz“ gekennzeichneten Alternativ-Weg. Unser „Grüner Kreis“ weist uns nun scharf nach rechts abwärts in Richtung Kühlenfels. Die mit zusätzlichen Schildern ausgewiesenen Waldwege bringen uns nach mehreren Richtungswechseln durch das Waldstück. Vom Ort sehen wir zunächst das schmucke Schloss Kühlenfels mit seinen Pferdekoppeln. An der Dorfstraße halten wir uns rechts (links geht es auf dem Andachtsweg durch die Lindenallee ins Klumpertal). Am zu Ostern wundervoll geschmückten Brunnen vorbei wandern wir durch den Ort aufwärts. Auf der Straße am Festplatz und der Waidacher Dorfstraße erreichen wir wenig später unseren Ausgangspunkt.

Erlebnismeile Pottenstein
Blick zur Erlebnismeile Pottenstein mit dem Aussichtsturm "Himmelsleiter" und dem beeindruckenden Skywalk über dem Felsenbad
Schloss Kühlenfels
Den Ort Kühlenfels erreichen wir unterhalb des Schlosses

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