Wanderung am Walberla in der Fränkischen Schweiz

Blick vom Rodenstein über die Ehrenbürg

Obstbäume und eine wundervolle Landschaft: spätsommerliche Wanderung über das Walberla

Im späten Sommer und Herbst zeigt sich die Fränkische Schweiz von ihrer schönsten Seite. Wir machen uns deshalb auf zu einer Tour durch die Obstgärten im Ehrenbachtal und über das Walberla. Im mit der Regionalbahn von Forchheim und über die Bundesstraße 470 gut erreichbaren Kirchehrenbach starten wir am südöstlichen Ortsrand an der Straße nach Leutenbach. Zunächst geht es auf dem Wanderweg Kulturerlebnis Fränkische Schweiz hinauf zur Sportanlage, wo wir auf die Markierung Gelber Querstrich treffen. Die Wegweisung begleitet uns in Richtung Süden – erst auf Forstwegen durch den schattigen Mischwald, später am Hang entlang durch die Streuobstwiesen. Wir genießen die Luft und den weiß-blauen Himmel über uns sowie den Blick auf das gegenüberliegende Plateau des Walberla. Auf der freien Fläche erwarten uns zahlreiche Apfel-, Zwetschgen- und Birnbäume mit lecker aussehenden, vollreifen Früchten neben den bereits abgeernteten Kirschbäumen. Eine Bank bietet die perfekte Gelegenheit für eine Rast zwischen den Feldern und Streuobstwiesen über dem unten im Tal fließenden Ehrenbach – Erholung pur für die Seele. Wir schauen zurück über die Ortschaft Kirchehrenbach, wo unser Bachlauf in die Wiesent mündet, und hinüber auf die Höhenzüge mit der Vexierkapelle Reifenberg.

Die Highlights der Tour

  • Das Ehrenbachtal mit seinen Streuobstwiesen und schönen Blicken auf das Walberla
  • Leutenbach mit der neugotischen St. Jakobuskirche
  • Aufstieg zu Rodenstein mit Aussicht auf Schlaifhausen bis hinein ins Erlanger Land
  • Naturschutzgebiet Walberla mit der Walburgis Kapelle
  • Geotope Steinerne Frau, Zwillingsfelsen und Wiesenthauer Nadel
  • Abstieg nach Kirchehrenbach mit St. Bartholomäus Kirche
Ehrenbachtal
Schöner Blick ins Ehrenbachtal und auf das gegenüber liegende Walberla
Wanderweg Schild
Auf dem Wanderweg Kulturerlebnis Fränkische Schweiz
Streuobstwiesen am Hang
Streuobstwiesen am Hang vor der Ortschaft Kirchehrenbach im Mittelgrund
Kirche
Die Kirche St. Jakobus mit ihrem markanten Turm geht auf eine gotische Wehrkirche zurück
Waldweg
Herrlich schattige Wege oberhalb des Ehrenbachtals ...
Bank
Kurze Rast vor der Ortschaft Leutenbach
Kirche
Blick auf Leutenbach
Kircheninneres
St. Jakobuskirche Leutenbach

Durch Leutenbach und steil hinauf zum Rodenstein

Die wunderschön gelegene Ortschaft Leutenbach geht auf ein im 10. bis zum 12. Jahrhundert hier ansässiges, gleichnamiges Geschlecht von Edelfreien in der Fränkischen Schweiz zurück. Von der ehemaligen Burganlage auf dem Burgstein blieben lediglich archäologische Funde. Über ihre Lage, das vermutliche Aussehen und die Bedeutung informieren heute neu errichtete Informationstafeln. Das Ortsbild prägt die sehenswerte, 1886 geweihte neugotische St. Jakobuskirche vom aus Forchheim stammenden Baumeister Friedrich Kratzer. Ihr Vorgängerbau gründete auf einer gotischen Wehrkirche, die um das Jahr 1502 durch einen größeren Bau ersetzt wurde. Schöne Fachwerkhäuser, Gärten und der Dorfweiher mit seinen umliegenden landwirtschaftlichen Gebäuden beeindrucken uns hier am Fuß des Walberla. Die Gaststätten im Ort – unter ihnen die bekannte Brauerei Drummer – gehören zu den beliebten Zielen von Wanderern und Radfahrern.

Unser Weg führt uns am Ortsausgang Richtung Dietzhof über einen schmalen Pfad und durch einen Hohlweg steil aufwärts Richtung Schlaifhausen. Zunächst folgen wir der Wegemarke Gelbes Kreuz nach Westen bis wir uns, begleitet vom Roten Querstrich und der Markierung Jubiläumsweg, nach Norden wenden. Links vom Weg öffnet sich nun das Wiesenttal bis nach Forchheim und über die Fränkische Schweiz hinaus weiter in den Raum Erlangen. Der Anstieg zum Rodenstein erfordert durchaus etwas Kondition. Er geht im letzten Abschnitt über schmale steinige Pfade bis zum Gipfel auf 532 Meter Höhe über dem Meer.

Aussicht
Oberhalb des Ortes Schlaifhausen
Blick
Leutenbach
Pfad zum Walberla
Auf schmalem Pfad hinauf Richtung Schlaifhausen
Walberla
Die letzten Meter bis zum Gipfel des Rodenstein
Wegekreuz
Feldkreuz auf dem Weg zum Rodenstein
Schild
Zahlreiche informative Schautafeln auf der Ehrenbürg
Rodenstein
... auf dem Rodenstein

Über die Ehrenbürg mit dem Rodenstein und dem Walberla

Von der südlichen Kuppe präsentiert sich der in der Fränkischen Schweiz bei Wanderern und Gleitschirmfliegern beliebte Höhenzug Ehrenbürg mit der St. Walpurgis Kapelle im Norden vor uns. Der im Volksmund Walberla genannte Zeugenberg, obwohl der Name eigentlich nur den nördlichen Gipfel bezeichnet, bildet seit 1987 ein 155 Hektar großes Naturschutzgebiet. Die steinigen Wege, teilweise mit Treppenstufen, führen auf dem Plateau durch den empfindlichen Trockenrasen. Beiderseits und entlang der Hecken wachsen schützenswerte Pflanzen, wie beispielsweise seltene Arten von Orchideen. Zahlreiche Schilder informieren über die Flora und Fauna der Ehrenbürg. Zur überregionalen Bedeutung tragen die erdgeschichtlich interessanten Höhlen sowie imposante Felsformationen bei. Dazu Letzteren gehören die als Geotope ausgewiesene Steinerne Frau am Walberla, der Zwillingsfelsen und die Wiesenthauer Nadel.

Wiesenttal
... weite Aussicht über das Wiesenttal und Forchheim

Klettern erlaubt der Landschaftsschutz im Naturpark Fränkische Schweiz seit 1991 nur noch auf den bereits bestehenden Routen am Rodenstein. Bei Schwierigkeitsgraden bis zu 8+ gehören der Frankenschnellweg, die Schlaifhausener Kante und die Edelweißkante zu den bekanntesten Touren. Die Gleitschirmflieger finden auf dem ebenen Plateau am Walberla optimale Startbedingungen. Uns beeindruckt, wie bei den vielen vorherigen Besuchen, die einzigartige Aussicht bis hinein ins Bamberger Land und über Ebermannstadt hinweg ins Tal der Wiesent. Am Weg liegen eine interessante Rekonstruktion eines keltischen Ringwalls und das Denkmal für den bayerischen Prinzregenten Luitpold. Wir überqueren die Ehrenbürg bis hinüber zur St. Walpurgis-Kapelle. Zur Ehre der Schutzpatronin des kleinen Gotteshauses findet hier alljährlich am 1. Maisonntag das älteste Frühlingsfest Deutschlands statt. Der Weg hinauf zum Walberla lohnt sich aber zu jeder Jahreszeit.

Walberla
Rekonstruktion eines keltischen Steinwalls
Walberla
... imposante Felsformatioen auf dem Walberla
Walberla
Blick vom Rodenstein auf das Plateau bis zum Walberla
Drachenflieger
... beliebter Startplatz für Gleitschirmflieger
Walburgis
Statue der Heiligen vor dem kleinen Gotteshaus
St. Walpurgis-Kapelle
St. Walpurgis-Kapelle
Staffelberg
Grandiose Ausblicke vom Walberla
Weg
Abstieg nach Kirchehrenbach

Der Abstieg nach Kirchehrenbach

Das letzte Teilstück hinunter nach Kirchehrenbach verläuft auf gut ausgebauten Fahrwegen mit mehreren engen Kehren. Auf einem Aussichtsplateau mit riesigem Feldkreuz laden Bänke zu einer letzten Rast über dem Wiesenttal. Wenig später erreichen wir den großen Wanderparkplatz mit einer kleinen Kneippanlage und zahlreichen Informationstafel zur Geologie und Geschichte der Ehrenbürg. Wir umgehen Kirchehrenbach südlich und erhalten von einer auf dem Feld arbeitenden Familie die augenzwinkernde Einladung, bei der Kartoffellese mitzuhelfen. Mit Blick auf unsere schweren Beine (und dem offenkundig von der Ernte nicht allzu begeisterten Hund) lehnen wir lachend ab. Kirchehrenbach selbst ist ein schmucker Ort mit schönem Kern und einigen denkmalgeschützten Häusern. Nach einem kurzen Besuch der sehenswerten St. Bartholomäus Kirche genießen wir den Abend im Gasthaus Sponsel – ein typischer Familienbetrieb mit Brennerei, eigenem Bier und modernen Gästezimmern. An diesem Abend sorgte das in einigen Dörfern der Fränkischen Schweiz noch traditionell gepflegte Wirtshaussingen mit heimischen Musikanten für einen ganz besonderen Abschluss. …

Brennerei
Brennerei und Gasthaus Sponsel
Weg
Kirchehrenbach
Brennerei
Aussicht auf den schönen Biergarten und die Kirche von Kirchehrenbach

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