Wandern im Kleinziegenfelder Tal

Wandern im Kleinziegenfelder Tal – faszinierende Natur am Nordrand der Fränkischen Schweiz

In Kleinziegenfeld im nördlichsten Teil des Naturparks Fränkische Schweiz –Frankenjura entspringt das Flüsschen Weismain. Der landschaftlich wunderschön gelegene Ort gibt dem bei Wanderern und Kletterern beliebten Tal den Namen. In seinem Verlauf beeindrucken mächtige Felswände, die sich an Hängen mit kargen Böden, Magerrasen und spärlichen Wacholderbüschen auftürmen. Außerdem säumen schattige Misch- und Laubwälder beiderseits des Gewässers die herrlichen Wege im Kleinziegenfelder Tal. Unsere Wanderung starten wir südlich des Städtchens Weismain unweit der neobarocken Maria-Hilf-Kapelle bei Erlach. Der Parkplatz liegt an der Brücke über den Bach Schöpfleinsgrund direkt am mit der Ziffer „6“ markierten, steil hinauf nach Frankenberg führenden Pfad.

Wir starten unweit der Maria-Hilf-Kapelle bei Erlach
... steiler Pfad hinauf nach Frankenberg
Blick vom Hochplateau bis in den Frankenwald
Die St. Faustinus und Jovita geweihte Kapelle in Frankenberg

Über die Höhen in den Köttler Grund und ins Mosental

Der fordernde Weg bringt uns bei rund 100 Metern Höhenunterschied auf dem ersten Kilometer gleich auf Betriebstemperatur. Oben belohnen uns blühende Wiesen und ein Blick bis hinein in den Frankenwald für die Mühe. Im 1322 erstmals erwähnten Frankenberg befindet sich eine St. Faustinus und Jovita geweihte kleine Kapelle. Der Weg führt uns nordwestlich der Ortschaft auf der Höhe bis nach Mosenberg. Auf einem an der Hauptstraße nach rechts abzweigendem Feldweg geht es in den Wald und steil hinunter bis in den schmalen Taleinschnitt Köttler Grund. Wir wenden uns nach links und folgen der unveränderten Markierung ins Mosental. Bewaldete Höhenzüge, Felsformationen und eine prächtige Naturlandschaft begleiten uns die zwei Kilometer bis zur Weihersmühle im Zentrum des Kleinziegenfelder Tals.

... durch den Köttler Grund
... nach Mosenberg geht es hinunter in den Köttler Grund
Schattiger Rastplatz im Mosental
Hügelgrab an der Weihersmühle
Die Weihersmühle mitten im Kleinziegenfelder Tal
Mühlrad an der Weihersmühle

Die Weihersmühle am Fuß der Ortschaft Wallersberg

An der Einmündung der Straße nach Wallersberg liegt ein bei Bauarbeiten 1965 entdeckter, als Bodendenkmal geschützter Grabhügel. Er geht auf die Eisen- beziehungsweise Hallstattzeit im 7. bis 6. Jahrhundert vor Christus zurück. Die Getreidemühle selbst mit ihren schmucken historischen Gebäuden stammt aus dem 14. Jahrhundert. Das Hauptgebäude beeindruckt durch seine Fachwerkfassade, von der ein Haus- und Schutzgeist als geschnitzte Maske die Straße beobachtet. Das frei zugängliche Mühlrad am Nebengebäude, der ehemaligen Sägemühle, erzeugt heute Strom. Der alteingesessene Gasthof „Zur Forelle“ mit seinem schönen Biergarten dient mittlerweile wieder als Pension und Gaststätte mit deutscher wie italienischer Küche. An der Weihersmühle treffen sich zahlreiche Wanderwege. Wir wechseln die Markierung und folgen ab jetzt der Wegweisung mit der Ziffer „4“ hinter dem Hauptgebäude in Richtung Kleinziegenfeld. Der als Rundwanderweg ausgewiesene Abschnitt ist rund sechs Kilometer lang und bringt uns am Ende zurück zur Mühle.

Arnstein mit der St. Nikolaus Kirche
... an der Schrepfersmühle

Am Weismain und bekannten Kletterfelsen bis nach Kleinziegenfeld

Von unserem Weg eröffnet sich zwischen den Bäumen der Blick hinüber zum auf einem Plateau liegenden Ort Arnstein mit der St. Nikolaus Kirche. Wenig später erreichen wir die ab dem Nachmittag bewirtschaftete Schrepfersmühle. In deren Garten begrüßt ein schwarzes Hängebauchschwein die Wanderer. Die Geschichte der ursprünglich als Papiermühle errichteten Gebäude reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Wir queren die hier als Zubringer für die Mühle kanalisierten Wasserleitungen und passieren den Rolandsfelsen sowie die senkrecht aufragende Rote Wand – eine echte Herausforderung für die Kletterer. Wir beobachten die Fische im Bachlauf neben uns. An seinem ursprünglichen Ufer gedeihen die zahlreichen Pflanzen prächtig. Nach der Schwarzmühle führt ein schmaler Pfad der Hang mit Magerrasen schräg aufwärts Richtung Hühnenberg. Vor uns liegt der weithin bekannte Felsen mit der 1905 von zwei Brüdern aus Kleinziegenfeld errichteten Radfahrerstatue Claudius. Uns bietet sich ein wunderbarer Blick über das Tal des Weismains. Gegenüber dem malerisch gelegenen Kleinziegenfeld mit der 1873 geweihten Kirche und einem eindrucksvollen Felspanorama nutzen wir die perfekte Gelegenheit für eine Rast.

Herrliche Natur am Weismain
Schöne Zeichnung am rückwärtigen Zugang zur Schrepfersmühle
... eindrucksvolles Schwein im Garten der Schrepfersmühle
Rolandsfelsen und Rote Wand zählen zu den bekannten Kletterfelsen im Tal
Radfahrerstaue Claudius über dem Ort Kleinziegenfeld
Blick zurück ins Kleinziegenfelder Tal
Das Quellgebiet des Weismains
Durch Hühnenberg führt der Höhenweg zurück zur Weihersmühle
Imposante Felsformation an der Wolfsteinhöhle

Auf der Höhe zurück zur Weihersmühle

Durch Hühnenberg aufwärts weist uns die Markierung „4“ zur Hochfläche, auf der unsere Route bald nach links abzweigt. Sie führt uns parallel zum Kleinziegenfelder Tal Richtung Norden. Der gut ausgebaute Feldweg verläuft am Waldrand entlang und oberhalb des Rolandsfelsens hinein in den Wald. Schließlich kommen wir nach einer Rechtskurve bis zu einer Lichtung und danach links abwärts zum sogenannten Bärenknockfelsen. Der Weg trifft auf die Markierung „Roter Ring“ und bringt uns an bizarren Felsformationen am Naturdenkmal Wolfsteinhöhle hinunter ins Tal. Die Felsen hinter der Weihersmühle mit der weithin sichtbaren, zum Ort Wallersberg gehörenden Pension Rehe obenauf bilden eine herrliche Kulisse. Wir überqueren die Hauptstraße, gehen über die Weismainbrücke durch den Hof am Mühlrad vorbei. Ab jetzt halten wir uns wieder an die Wegemarkierung mit der Nummer „6“.

Die Weihersmühle vor der beeindruckenden Felswand unterhalb der Ortschaft Wallersberg
... der Weg nach Schammendorf gehört zu den schönsten Abschnitten der Wanderung
Hinter der Mühle pflegen die Ziegen das Naturschutzgebiet

Idyllischer Weg entlang des Weismains durchs Kleinziegenfelder Tal

Durch den Weidezaun für die am Hang zur natürlichen Landschaftspflege eingesetzten Ziegen führen zwei Gatter auf den Wanderweg nach Schammendorf. Bis zur Waßmannsmühle begleiten uns linker Hand die Felsen des Suttenstein, der Hohen Wand und der Blumenvase. Gegenüber liegen beispielsweise der Uhufelsen, die Zigeunerstube und schließlich die als Geißkirche bezeichnete Formation. Der Wanderweg verläuft in dem sehr engen Tal immer nahe am Flüsschen Weismain und zeigt sich äußerst idyllisch – der wohl schönste Teil dieses Abschnitts. Wir wechseln über zwei Holzbrücken jeweils die Seite und erreichen bald den Waldrand oberhalb von Schammendorf. Hinter dem Dorf öffnet sich das Tal in Richtung Norden und verschafft uns einen herrlichen Ausblick. Der markierte Weg läuft weiter entlang des Flusses bis zur Stadt Weismain. Wir halten uns allerdings links und kürzen auf der wenig befahrenen Straße das letzte Stück des Rundwanderweges bis zum einen Kilometer entfernt liegenden Parkplatz unterhalb von Frankenberg ab. Das sehenswerte Städtchen am Nordrand der Fränkischen Schweiz mit seiner gut erhaltenen Stadtmauer und vielen Sehenswürdigkeiten lohnt einen gesonderten Besuch. Außerdem locken uns nach einem anstrengenden Wandertag die schönen Brauereigasthöfe

Erholung pur entlang des Weismains ...
... romantische Brücken und herrlich schattige Wege.
Bei Schammendorf öffnet sich das Kleinziegenfelder Tal in Richtung der Stadt Weismain

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