Geschichte(n)

Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura

Natur braucht Schutz – der Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura

Wenn wir uns heute bei Spaziergängen und Wanderungen über die intakte Flora und Fauna der Fränkischen Schweiz freuen dürfen, ist das auch einem Verein zu verdanken, der sich schon früh den Schutz dieser Landschaft zum Ziel gesetzt hat. Der Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura zählt zu den größten deutschen Naturparks. In seinem grün-weißen Logo erscheint symbolhaft das, was unseren Landstrich so unverwechselbar macht: Burgen, Höhlen, Felsen sowie die Pflanzen und Tiere, für deren Erhalt der Verein steht.

© Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura Logo als Symbol für nachhaltigen Schutz der Landschaft
© Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura Logo als Symbol für nachhaltigen Schutz der Landschaft
Wildschweine im Gehege: Bache mit drei ihrer Frischlinge

Eine Vision und ihre Realisierung

Bereits 1968 gründeten einige weitblickende Männer aus dem damaligen Landkreis Pegnitz einen Trägerverein für den Naturpark. Unter anderem Landrat Dr. Dittrich und Forstamtschef Josef Niederwald erwiesen sich zu einer Zeit, in der Umwelt- und Naturschutz noch nicht die heutige Priorität genossen, als „ökologische Pioniere“. Die Keimzelle des Parks bildete der Veldensteiner Forst. Dieses große Waldgebiet, begrenzt von Pegnitz, Neuhaus, Plech und der Autobahn A9 war schon in früheren Zeiten als Jagdgebiet der Bamberger Fürstbischöfe besonders behütet. Diese Ursprünglichkeit galt es zu bewahren. Schwer genug in einer Phase, die Fortschritt und Wirtschaftswachstum propagierte. Der Plan ging auf. Im Veldensteiner Forst entstand sogar ein Wildgehege, in dem bis heute Familien beim Sonntagsspaziergang kleine Wildschweine oder große Rothirsche beobachten und füttern.
1972 erhielt der Naturpark unter der Bezeichnung „Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst“ die heutige Ausdehnung und Gestalt. Sein Gebiet reicht vom Landkreis Lichtenfels im Nordwesten bis nach Sulzbach-Rosenberg im Südosten und bringt es auf über 2.300 Quadratkilometer Fläche.

Mufflons mit Jungtieren begrüßen die Besucher des Wildgeheges

Insel für bedrohte Arten – die Karstlandschaft der Fränkischen Schweiz

Die Region der nördlichen Frankenalb (bestehend aus Hersbrucker und Fränkischer Schweiz) zählt zu den felsen- und höhlenreichsten in ganz Deutschland. Nur der Alpenraum übertrifft diese Vielfalt noch.
Unvorstellbar lange benötigte die Natur, um ihre charakteristischen Felsnadeln und Steintürme zu formen. Die Landschaft der Frankenalb ist wesentlich älter als die der Alpen. Aus dem Jurameer und seinen in Jahrmillionen abgelagerten Sedimenten bildeten sich große Teile des Gesteins. Die Kalkbänke aus abgestorbenen Meeresorganismen kamen hinzu. Bis heute lassen sich versteinerte Ammoniten und ähnliches Getier bei Wanderungen entdecken. Die formenreiche Karstlandschaft mit den zugehörigen Trockentälern ist einzigartig und bietet zahlreichen Lebewesen eine Heimat.

Versteinerte Ammoniten aus der Fränkischen Schweiz
Schutz für die Brutplätze von Vögeln und Fledermäusen

In den Höhlen überwintern seltene Fledermausarten. Auf den schroffen Felsen finden Uhu und Wanderfalke geeignete Nistplätze. Klare, kalte Bäche bieten Lebensraum für Forellen oder für die seltene und scheue Wasseramsel. Die intakte Natur zeigt sich auch in der Insektenvielfalt. Zahlreiche Schmetterlingsarten gibt es hier: Schwalbenschwanz, Schillerfalter, Kaisermantel und der wunderschöne Schachbrettfalter sind nur einige davon. Genauso beeindruckt der Artenreichtum bei den Pflanzen über das Jahr. Von Märzenbechern und Küchenschellen im Frühling über Orchideen im Frühsommer (darunter der seltene und streng geschützte Frauenschuh) bis zu den letzten Herbstblühern und Hecken präsentiert sich jede Jahreszeit mit ihrem speziellen Reiz.

Erleben und Bewahren – der schwierige Spagat

Die Natur gleichzeitig schützen und sie zugänglich zu halten: Diese Ziele zu vereinbaren, erweist sich als nicht immer leicht und führt mitunter zu Konflikten. Steigende Besucherzahlen belegen die wachsende Attraktivität der Region – mit den dazu gehörenden Nachteilen wie zunehmendem Verkehr und zusätzlichen Problemen mit dem Abfall. Ein praktisches Beispiel der Arbeit zeigt sich beim Kletterkonzept, das den Schutz wichtiger Bereiche und weitere Maßnahmen gewährleistet. Einheimische und Besucher der Region sensibel für die Schönheit der Landschaft zu machen sowie diese zu erhalten, zählt zu den wichtigen Zielen des Naturparkes Fränkische Schweiz – Frankenjura. Dabei kann jeder Einzelne seinen Beitrag leisten; der bewusste Umgang mit Flora und Fauna bewirkt bereits viel. Auf der Webseite des Vereins und in seinem schönen Infozentrum am Bahnhof in Muggendorf erfahren Interessierte mehr über die Fränkische Schweiz. Dort erleben die Besucherinnen und Besucher – neben der Vorstellung der Natur – auch einen Blick in das fränkische Brauchtum. Darüber hinaus steht in den Schauräumen ein Modell der an den Sommerwochenenden vor der Tür verkehrenden „Dampfbahn“ Fränkische Schweiz . Ein Besuch, der sich lohnt!

Der Bahnhof Muggendorf - das Besucherzentrum des Naturparks
Info-Zentrum
Blick in das Info-Zentrum des Naturparks Fränkische Schweiz-Frankenjura
Zahlreiche Schautafeln informieren über die Höhlen, das Brauchtum, die Museumsbahn und vieles mehr ...

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