Wandern und mehr

Klettern in der Fränkischen Schweiz

Paradies für Kletterer im Nördlichen Frankenjura

Die Fränkische Schweiz zählt zu den weltweit am besten erschlossenen Klettergebieten. Seit über 200 Jahren finden die Anhänger des attraktiven Sports perfekte Bedingungen in der Region. Dazu gehören die geologischen Gegebenheiten mit überwiegend sedimentärem Kalkgestein aus der Zeit des Weißen Juras. Es entstand vor rund 150 Millionen Jahren aus den Ablagerungen eines sich über die Fränkische Schweiz erstreckenden Flachmeeres. Ihm verdanken die Kletterer zahlreiche Überhänge und Lochfelsen mit speziellen Feinstrukturen in Form von Rissen, Kanten, Kaminen, Fingerlöchern oder sogenannten Bierhenkeln. Heute gibt es in der gesamten Region für jedes Leistungsniveau weit über 1.000 Routen an mehr als 800 Felsen, die Menschen rund um den Globus faszinieren. Beinahe das gesamte Jahr hindurch treffen wir auf ambitionierte Sportler und Freizeitkletterer. Schließlich gibt es auch ein breites Angebot an Boulderhallen, Indoor-Einrichtungen und familienorientierten Adventure- oder Kletterparks.

© Tourismusbüro Wiesenttal

Renommierte Kletterer in der Fränkischen Schweiz

Als Ikonen des Klettersports bekannte Athleten schrieben und schreiben hier bis heute Geschichte. Kurt Albert prägte in der Fränkischen Schweiz den Begriff „Rotpunkt“. Routen, die bis dahin lediglich mit technischen Hilfsmitteln durchklettert wurden, durchstieg er frei. Gelang das ohne Sturz oder Belasten der Sicherungskette, Ausruhen im Seil beziehungsweise Hochziehen an Haken erfolgte die entsprechende Kennzeichnung am Einstieg. 2010 verunglückte Kurt Albert am nahegelegen Höhenglücksteig tödlich. Zusammen mit Wolfgang Güllich und anderen prägte er für Jahrzehnte die Szene in der Fränkische Schweiz. Beide erhielten 1985 die höchste Sportauszeichnung Deutschlands, das Silberne Lorbeerblatt. Sie lösten ein wahres Kletterfieber aus. Inzwischen befördern fränkische Top-Kletterer wie Markus Bock und Alexander Megos das legendäre Renommee der Region. Das Grab des bei einem Verkehrsunfall verstorbenen Wolfgang Güllich in Obertrubach gehört zu den Pilgerstätten der eingeschworenen Klettergemeinde.

Gedenktafeln im Kletterfelsen gegenüber dem Campingplatz Bärenschlucht
Kletterfelsen im Püttlachtal

Attraktive Felsen und Klettergebiete für jeden Anspruch

Die unverwechselbare Landschaft lockt Anfänger und Könner mit Herausforderungen in allen Schwierigkeitsgraden. Bedeutende Kletterwände, interessante Massive und beeindruckende Türme liegen im

  • Trubach-,
  • Leinleiter-,
  • Wiesent-,
  • Püttlach- und
  • Aufsesstal oder
  • auf der Neubürg sowie
  • rund um den Rodenstein am Walberla.

Die bekanntesten Routen tragen Namen wie Sautanz, Stonelove, Wallstreet und Magnet. Die wohl schwierigste im Klettergebiet, die Supernova, liegt am Planetarium genannten Felsen im Unteren Trubachtal zwischen Behringersmühle und Tüchersfeld. Allerdings sorgen auch weniger bekannte Formationen für beste Bedingungen je nach persönlichem Anspruch. Dort erfreuen sich immer mehr Menschen an ihrem spannenden und herausfordernden Hobby. Eine Reihe von ausgezeichneten Kletterschulen bieten Schnupper- und Kletterkurse oder alle Arten von Trainings. Dazu zählen Frankenjura in Hiltpoltstein, die ProAlpin Bergsportschule in Heiligenstadt sowie die Abenteuerwerkstatt in Betzenstein.

Kletterinfozentrum Fränkische Schweiz
Schautafeln am Kletterinfozentrum in Obertrubach

Das Kletterinfozentrum (KIZ) Fränkische Schweiz

In Obertrubach finden Klettersportler und Interessierte Gelegenheit, sich zu informieren und mit Gleichgesinnten auszutauschen. Das Kletterinfozentrum (KIZ) Fränkische Schweiz bereitet die spannende Historie des Kletterns in der Region auf und verschafft Neulingen einen guten Überblick. Dabei erfahren wir mehr über die Ausrüstung, Begehungsstile, Prinzipien für die Sicherung oder die Klettertopos. Die Themen Geologie und Naturschutz spielen eine wichtige Rolle. Zum Schutz der empfindlichen Ökosysteme besteht im gesamten Naturpark Fränkische Schweiz seit 1993 eine Zonenregelung. Dabei gilt in der „Zone 1“ ein absolutes Verbot für Kletterer. Die „Zone 2“ erlaubt das Klettern ausschließlich auf vorhandenen Routen, während die „Zone3“ das Erschließen neuer Touren außerhalb von Vegetationszonen zulässt. In einigen Bereichen beziehungsweise für einzelne Felsen gelten Sperrungen zum Schutz sensibler Pflanzen oder für die Brutzeit von Vögeln von Februar bis Juni. Für alle Gebiete gibt es von den Kommunen entwickelte Kletterkonzepte mit entsprechenden Karten und Markierungen der jeweiligen Felsen. Kindern und Anfängern vermitteln kleine Parcours am Spielplatz des Kletterinfozentrums Fränkische Schweiz erste Eindrücke von der Faszination des Sports.

Dachlwand
…unweit der Hackermühle im oberen Trubachtal – die zu allen Jahreszeit beliebte Dachlwand

Spaß beim Klettern für die Jung und Alt während des ganzen Jahres

Für die kalte Jahreszeit und bei schlechtem Wetter finden sich zahlreiche Alternativen. Dazu gehören die Kletter-Seil-Erlebnispark Magnesia in Forchheim, die Boulderhallen Frankenjura – FightClub in Betzenstein und ZugZwang in Auerbach/Opf. oder das DAV Kletterzentrum in Bayreuth. Das Unternehmen Outdoorgraphie in Obertrubach präsentiert Kinderklettertage, spezielle Kurse für Frauen und erlebnispädagogische Aktivitäten für Gruppen beziehungsweise Schulklassen. Attraktive Angebote und Action inmitten der Natur präsentieren der Kletterwald ProAlpin in Veilbronn und die für Kinder ab vier Jahren geeigneten Parcours im Kletterwald Pottenstein. Nach einem anstrengenden Tag sorgen zahlreiche Brauereigasthöfe, Biergärten und urige Wirtschaften für einen entspannten Ausklang. Bei einem frisch gezapften Kellerbier oder alkoholfreien Getränken und einer typischen Brotzeit planen die Kletterer ihre nächsten Aktivitäten in gemütlicher Atmosphäre. Zusätzlich tragen preiswerte Unterkünfte und familiäre Pensionen zum ausgezeichneten Ruf der Fränkischen Schweiz unter Kletterern bei.

Felsformation am Campingplatz Bärenschlucht

Beitragsbild © Tourismusbüro Wiesenttal

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