Durchs Klumpertal zu Püttlach und Wiesent

Die Lindenallee und den Andachtsweg hinab in Tal

Der Einstieg ins Klumpertal liegt unweit des Pegnitzer Ortsteils Bronn wenige Kilometer von der Bundesautobahn A9. Wir starten unsere Tour allerdings im nahegelegenen Kühlenfels mit seinem herrlichen, 1348 erstmals erwähnten Schlösschen. Heute befindet es sich nach einer langen und wechselvollen Geschichte in Privatbesitz. Sehenswert ist die kleine katholische Filialkirche St. Matthäus und Erhard mit dem Turmuntergeschoss aus dem 13./14.Jahrhundert. Von der ansprechenden Informationstafel in der Ortsmitte geht es Richtung Norden am Brunnen vorbei hinab zur Lindenallee und weiter zum von der Künstlerin Ingrid Schacht gestalteten Andachtsweg Kühlenfels. An sieben Stationen finden Wanderer Anregung und Erbauung. Nach wenigen Minuten liegt uns das Klumpertal mit seinen markanten Felsformationen und den alten Mühlen zu Füßen.

Die Highlights der Tour

Schloss Kühlenfels
Das im 14. Jahrhundert erbaute, schmucke Schloss Kühlenfels

Im Klumpertal bis zur Schüttersmühle

Wir wenden uns zunächst nach rechts abwärts in Richtung Bronn und folgen der Markierung Roter Kreis. Sie kennzeichnet den circa drei Kilometer langen Naturlehrpfad (Rundwanderweg) durchs Klumpertal. Nach wenigen Metern erreichen wir die Felsformation Schwarze Frau. Der traurigen Sage zufolge stürzte sich hier eine Schönheit aus dem Morgenland in den Tod. Der Schlossherr von Kühlenfels hatte sich auf einer Reise in sie verliebt und mitgebracht. Sie kam jedoch mit den Menschen und dem Klima nicht zurecht. Schließlich verfiel sie in Schwermut, von der sie niemand befreien konnte. Kurz darauf erreichen wir das Tal und wenden uns, der bisherigen Markierung folgend scharf nach links. An eindrucksvollen Felsen und der Weiherbachquelle sowie mehreren Fischweihern vorbei geht es bis zu ehemaligen Klumpermühle. Sie gab dem Tal wegen ihres dumpfen, regelmäßigen Schlaggeräusches, im Fränkischen als „klumpern“ bezeichnet, seinen Namen. Von der 1580 durch Lorenz von Guttenberg, seinerzeit Schlossherr von Kühlenfels, gegründeten Mühle finden sich heute noch einige Mauerreste. Obwohl der Bach kaum 500 Meter seit seiner Quelle zurücklegte, genügt die Fließgeschwindigkeit und Wassermenge bereits für den Betrieb. 1926 stellten die Besitzer ihn wegen der fehlenden Rentabilität ein und in den 1960er Jahren wurde sie Klumpermühle wegen Baufälligkeit abgerissen.

Einen halben Kilometer weiter steht die heute als Stall dienende Mittelmühle, ebenfalls aus dem 16.Jahrhundert. Auf dem schmalen Pfad zur Schüttersmühle begleitet uns der leise vor sich plätschernde Weiherbach. Imposante, teilweise bizarre Formationen entlang der Strecke bilden den „Felsgarten Klumpertal“. Namen wie „Drachenfelsen“, „Entenstein“ oder „Bettelmannstein“ zeugen von weiteren uralten Legenden. Sie locken heute zahlreiche Menschen zum Klettern und Bouldern in diese idyllische Ecke der Fränkischen Schweiz. An der Schüttersmühle mit seiner traditionsreichen Ausflugsgaststätte beginnt die Pottensteiner Erlebnismeile im Zuge der Bundesstraße 470.

Klumpertal
Blick hinunter ins Klumpertal mit seinen Fischweihern und Felsformationen
Schwarze Frau
Informationstafel und Wegekreuz am Felsen "Schwarze Frau"
ehemalige Klumpermühle
Die Reste der Klumpermühle unweit der Quelle des Weiherbachs

Impressionen aus dem Klumpertal

Startpunkt Ortsmitte von Kühlenfels
Durch die Lindenallee ins Klumpertal
Eindrucksvoll: der Andachtsweg von Kühlenfels mit Versen aus der Bibel
Relief an der Lindenallee
Klumpertal
Felsformation nahe der Schüttersmühle
Nicht nur bei Kletterern beliebte Felsformationen im Klumpertal

Entlang der Pottensteiner Erlebnismeile ins Püttlachtal

Vorbei am beeindruckenden Felsen „Weierstaler Männchen“ folgen wir dem Wanderweg bis zur Fischzucht Malter mit ihrem schönen Biergarten. Direkt daneben liegt der Parkplatz der eindrucksvollen Teufelshöhle. Mit ihren jährlich über 160.000 Gästen zählt sie zu dem meist besuchten Tropfsteinhöhlen Europas. Das schön in den Felsen gelegene Terassencafé lädt zu einer kurzen Pause. Für uns geht es am Weiherbach entlang weiter bis zum Schöngrundsee, auf dem Ruder- und Tretboote ihre Kreise ziehen. Direkt gegenüber befindet sich das Felsenbad Pottenstein. Das Naturschwimmbad bietet an lauen Sommerabenden eine herrliche Kulisse für unvergessliche Konzerte.Den Zugang zur 2018 komplett neu gestalteten Sommerrodelbahn auf der anderen Seite erreichen Besucherinnen und Besucher über die Bergseite. Der atemberaubende Skywalk gehört zur Erlebnismeile Pottenstein und ragt weit über das Tal. Wie der Baumwipfelpfad erfordert er etwas Schwindelfreiheit. Die letzten 500 Meter bis zum Felsenstädtchen selbst blicken wir auf die hoch über den Häusern thronende Burg Pottenstein. Kurz nach der Statue der Heiligen Elisabeth am Eingang zum Zentrum mündet unser kleines Flüsschen in die Püttlach, an der wir bis zum Ortsende weitergehen.

"Weihersbachtaler Männchen"
Am "Weihersbachtaler Männchen" beginnt die Erlebnismeile Pottenstein
Im Klumpertal an der Schüttersmühle

Erlebnismeile Pottenstein

Felsenschwimmbad Pottenstein
... hinein nach Pottenstein....
Schöngrundsee an der Erlebnismeile
... auch die Enten fühlen sich hier wohl.
... mit schönem Blick auf die Burg.

Zur Bärenschlucht und weiter nach Tüchersfeld

Wir lassen die kleine evangelische Kirche St. Johannis links oben am Hang liegen. Der Markierung mit rotem Kreuz folgend wandern wir auf einem zunächst befestigten, dann schmaleren Weg wieder aufwärts. Bald finden wir uns in einem steil über der unten laufenden Bundesstraße aufragenden Felsengelände wieder. Zwischen zahlreichen Findlingen schlängelt sich der Pfad bis unter uns die Bärenschlucht mit ihrem einzigartig gelegenen Campingplatz auftaucht. Vor uns liegen beliebte Kletterfelsen mit eindrucksvollen Namen wie „Püttlachkamin“, „Teufelskrallen-„ oder „Frankenjoggerturm“. Direkt am Ufer entlang geht es weiter bis nach Tüchersfeld. Der kleine Ort gehört mit seinem bekannten Nadelfelsen, dem Fahnenstein und den schönen Fachwerkhäusern zu den Wahrzeichen der Region. Darüber hinaus lohnt sich ein Besuch des hier seit 1985 befindlichen Fränkische Schweiz Museums mit zahlreichen zeitgeschichtlichen Exponaten.

Blick auf den herrlich gelegenen Campingplatz Bärenschlucht

Genusswandern im wundervollen Tal der Püttlach bis nach Behringersmühle

Nach unserem kurzen Abstecher in Tücherfeld geht es zurück über die B 470 und links unseres Flüsschens im schattigen Laubwald weiter Richtung Westen. Nach rund einem Kilometer unterquert unser Wanderweg an der Abzweigung nach Kohlstein erneut die Bundesstraße. Er führt uns anschließend über eine kleine Holzbrücke an das rechte Ufer. Nun gehen wir gemütlich am Waldrand und Flüsschen entlang. Wenige Meter oberhalb liegt der Zuweg zum sogenannten Planetarium, einem der bekanntesten Kletterfelsen der Fränkischen Schweiz. Überhängende, eine schöngelegene Sitzbank schützende Felsformationen und der Blick auf die links am Hang auftauchende Burg Gößweinstein begrüßen uns in Behringersmühle.

Hier münden die Püttlach und der Ailsbach, der aus dem Ahorntal kommt, in die Wiesent. Gemeinsam machen sie sich zur Freude der vielen Bootfahrer auf ihren romantischen Weg Richtung Forchheim bis zur Regnitz: Bei Bamberg erreichen sie den Main. Nach knapp vierstündiger Wanderung genießen wir unsere verdiente Brotzeit in einem der schönen Gasthäuser von Behringersmühle. Unweit des Ortskerns beginnt beziehungsweise endet die historische Museumsbahn durch die Fränkische Schweiz bis nach Ebermannstadt. Für den Rückweg nehmen wir den Bus bis zur Schüttersmühle und gehen die letzten Kilometer durchs Klumpertal zurück nach Kühlenfels.

Sägemühle in Tüchersfeld

Brücke über die Püttlach

Brücke über die Püttlach

Letzte Rast vor Behringersmühle mit Blick auf die Burg Gößweinstein

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