Aussichtspunkte im Osten der Fränkischen Schweiz

Mitte März, bevor die Saison richtig beginnt, ermöglichen die fehlenden Blätter an den Bäumen besondere Ausblicke über die Fränkische Schweiz. Grund genug für mich, zu einer Tour über drei beliebte Aussichtspunkte im östlichen Teil des Naturparks aufzubrechen. Da mir nur ein halber Tag Zeit bleibt, parke ich mein Auto in Pottenstein und nehme zunächst den Bus Richtung Bayreuth (Haltestelle an der Brauerei Wagner). Nach zehn Minuten Fahrt steige ich in Hohenmirsberg aus und wandere hinauf zur nach dem Ort benannten Platte. Am Fuße des dortigen Turms präsentieren Schautafeln zahlreiche Informationen zu Flora, Fauna, Geologie und Sehenswürdigkeiten in der Fränkischen Schweiz. Für den Aufstieg belohnt die Wanderer und Ausflügler ein traumhafter Blick über die gesamte Region. Im Norden reicht er bis zu den noch schneebedeckten Höhen des Fichtelgebirges und im Osten bis weit hinein in die Oberpfalz. Zwischen den Wipfeln der Bäume erkenne ich mein nächstes Zwischenziel, den Kleinen Kulm bei Körbeldorf. Nach Süden und Westen zieht sich der Veldensteiner Forst bis ins Nürnberger Land. Ihm schließen sich weiter rechts die Täler und Höhen der Fränkischen Schweiz an.

Wanderung zu drei eindrucksvollen Aussichtstürmen im Osten der Fränkischen Schweiz

Die Highlights der Tour

  • Hohenmirsberger Platte mit Aussichtsturm und Informationstafeln zum Naturpark Fränkische Schweiz-Frankenjura
  • St. Hubertuskapelle mit schönem Holzrelief
  • Die Ortschaft Püttlach am gleichnamigen Flüsschen
  • Kosbrunn und die Michaelskapelle
  • Ruine der ehemaligen Adelsburg Wartberg
  • Aussichtsturm auf dem Kleinen Kulm
  • Schlossberg Pegnitz mit dem Aussichtsturm
  • Stadt Pegnitz mit historischem Rathaus und der Zaussenmühle an der Pegnitzquelle
Informationstafeln auf der Hohenmirsberger Platte
Der Aussichtsturm auf der Hohenmirsberger Platte

Ins Püttlachtal und hinauf zur Rupprechtshöhe

Ich verlasse die Hohenmirsberger Platte und halte mich an die mit gelber Raute markierte Route. Dabei folge ich auf dem ersten Teilstück dem Fränkischen Gebirgsweg, der zu den attraktivsten Fernwanderwegen in der Fränkischen Schweiz zählt. Es geht entlang unfassbar steiniger Felder, die verdeutlichen, wie hart die Menschen hier in der Vergangenheit für ihr tägliches Brot arbeiteten. Am Weg liegt eine St. Hubertus gewidmete Kapelle mit schönem Holzrelief im Altarraum. Die Wanderer blicken nochmals auf die an den Höhenzügen Richtung Norden und Osten unübersehbaren Windparks: der Beitrag der Fränkischen Schweiz zum Gelingen der Energiewende.

St. Hubertus Kapelle
Windkraftanlagen vor dem Hintergrund des Fichtelgebirges im Norden
Tafel vor der Hubertus Kapelle

Jetzt folge ich einem Schotterweg, der schließlich abwärts in das am Hang liegende Waldstück führt. Dort warnen Krähen mit aufgeregten Lauten ihre Artgenossen. Kaum 50 Meter vor mir kreuzt ein Reh den Weg … leider zu schnell für meine Kamera. Ein von Herbstlaub bedeckter Hohlweg führt in die kleine, ebenfalls zu Pottenstein gehörende Ortschaft Püttlach. Dort begrüßen mich schnatternde Gänse und Enten sowie eine offenkundig nicht an Besuchern interessierte Katze. Den Ort durchquere ich bis zur 1951 geweihten St. Laurentiuskapelle, wo ich das nach der Ansiedlung benannte Flüsschen quere. Entlang der Püttlach verläuft ein häufig genutzter Wanderweg vergleichsweise eben bis nach Pottenstein. Ich gehe jedoch direkt an dem bei Einheimischen und Urlaubern beliebten Gasthof Persau-Haas (Fränkische Küche, Biergarten und Ferienwohnungen) vorbei weiter, nunmehr steil aufwärts. Die unveränderte Wegemarkierung bringt mich zu einer schönen Aussicht über Püttlach und zur Hohenmirsberger Platte. Das durchaus anstrengende Teilstück führt weiter am Failnerhof vorbei durch den Wald und unterhalb der Rupprechtshöhe mit ihren Pferdekoppeln flach in Richtung Autobahn.

Laurentius Kapelle in Püttlach
Im Püttlachtal
Gasthof Persau-Haas mit schönem Biergarten
Blick zurück auf dem Weg zum Failnerhof
… steil hinauf zur Ruine Wartberg
Aussichtsturm am Kleinen Kulm, dem höchsten Punkt in der Fränkischen Schweiz
Aussicht über Körbeldorf und die Fränkische Schweiz
Michaelskapelle in Kosbrunn
Blick vom ehemaligen Skihang von Kosbrunn

Durch Kosbrunn zur Ruine Wartberg und auf den Kleinen Kulm

Der geschotterte Weg trifft wenige 100 Meter weiter auf den Bierquellenweg in Richtung Büchenbach und Leups. Ich biege jedoch, immer der Raute folgend, vorher nach rechts ab und wandere hinunter in die kleine Ortschaft Kosbrunn. Hier wechselt die Markierung zu einem gelben Punkt, der mich nach Osten führt. Am Wegesrand steht die 1847 von örtlichen Bauern gestiftete Michaelskapelle am Anger. Mit dem letzten Haus geht es erneut aufwärts und nach einer kurzen Querung am Waldrand oberhalb eines ehemaligen Skihangs wird es wieder richtig steil. Ich erreiche mit einiger Anstrengung die auf 608 Höhenmetern gelegene Ruine der im 12. Jahrhundert errichteten hochmittelalterlichen Adelsburg Wartberg. Erhalten sind allerdings nur das als Bodendenkmal ausgewiesene Burgplateau und Reste von Steinen beziehungsweise Bruchstücke von Dachziegeln. Den halben Kilometer durch den Wald hinüber zum Aussichtsturm Kleiner Kulm folge ich dem roten Punkt. Hier am mit 627 Metern über dem Meer höchsten Punkt der Fränkischen Schweiz bietet sich erneut ein herrlicher Rundblick über die gesamte Region.

Bildstock am Wegrand Richtung Schloßberg

Über den Schloßberg nach Pegnitz

Der letzte Abschnitt meiner Wanderung beginnt mit dem Queren der Autobahn Berlin – Nürnberg – München. Der grüne Kreis führt mich parallel zur vielbefahrenen Strecke bis zur Kreisstraße Pegnitz – Körbeldorf, wo ich wieder auf den Fränkischen Gebirgsweg treffe. Ihm folge ich über den Langen Berg mit seinen Geotopen Tabakspfeife und Voithshöhle. Schließlich erklimme ich die rund 100 Stufen des Turms auf dem 543 Meter hohen Schloßberg. Er steht auf den Resten der Mitte des 16. Jahrhunderts zerstörten Burg Böheimstein. Von hier bietet sich mir ein wundervoller Blick über die Stadt Pegnitz mit ihren alten Fachwerkrathaus und zurück in die Fränkische Schweiz.

Der Aussichtsturm auf den Grundmauern der Ruine Böheimstein
… der letzte Anstieg zum Schloßberg Pegnitz
Blick vom Schloßberg auf die Innenstadt von Pegnitz
Im Norden reicht die Sicht bis ins Fichtelgebirge mit dem Ochsenkopf

Leider befindet sich der herrlich schattige Biergarten rund um das auf halber Höhe des Schloßberges angelegte Festgelände noch im Winterschlaf. Hier gibt es in den Sommermonaten Open-Air Konzerte, Festivals, das Gregorifest und Theateraufführungen (Faust-Festspiele). Meine Wanderung endet in der Stadtmitte mit ihren Eiskaffees rund um die dort angelegten Brunnen. Zurück nach Pottenstein fahre ich mit dem Bus, obwohl es natürlich auch in dieser Richtung tolle Wanderrouten wie beispielsweise den Leo-Jobst-Weg gibt. Andererseits spüre ich die knapp 600 Höhenmeter aufwärts und am Ende fast 700 Meter abwärts durchaus in den Beinen….

Das Festgelände mit herrlichem Biergarten am Schloßberg Pegnitz
Wundervolle Kulisse für Open-Air Veranstaltungen im Sommer
Die Freilichtbühne ist noch im Winterschlaf

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